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EMMA UND EGINHARD oder Die lasttragende Liebe - Premiere Drucken
Samstag, 8. März 2008, 19:30 - 22:00 Aufrufe : 426

EMMA UND EGINHARD oder Die lasttragende Liebe

Singspiel von Christoph Gottlieb Wend | Musik von Georg Philipp Telemann

 

Am 8. März gibt es im Stadttheater Gießen ein ganz besonderes Kleinod der Alten Musik zu erleben. In der Inszenierung von Gerd Heinz und unter der musikalischen Leitung des Spezialisten für Alte Musik, Michael Schneider, kommt Georg Philipp Telemanns Singspiel "EMMA UND EGINHARD oder Die lasttragende Liebe" zur Premiere.

Es ist eine Geschichte, wie sie märchenhafter und für ihre Zeit revolutionärer kaum sein könnte: Emma und Eginhard lieben sich. So weit so gut, möchte man denken, wenn da nicht ein Haken an der Sache wäre: Denn Emma ist von Adel, sogar die Tochter des Kaisers Carolus Magnus, Eginhard hingegen ist nur ein einfacher Sekretär und von bürgerlicher Herkunft. Diese unstandesgemäße Liebe will so gar nicht zur starren höfischen Etikette passen, und so ersinnen beide eine List: Um einen Besuch des Geliebten zu vertuschen, trägt Emma Eginhard auf dem Rücken durch den Schnee, damit keine Fußspuren zurück bleiben.

Das bleibt jedoch nicht unbemerkt und sorgt für reichlich Aufsehen. In einer turbulenten Auseinandersetzung mit allerlei Liebeleien, beißender Eifersucht und neidischen Hofschranzen müssen sich Emma und Eginhard mit ihrer Liebe behaupten. Auch wenn dies heißt, dem Tod für einen Moment ins Angesicht zu blicken …

Am 22. November 1728 gelangte EMMA UND EGINHARD an einem für die Oper bedeutsamen Ort zur Uraufführung: Der Hamburger Oper am Gänsemarkt, die 1678 als erste öffentlich zugängliche Bürgeroper im deutschen Sprachraum gegründet worden war. Da sie losgelöst vom Geldgebenden Adel existierte, war die Bürgeroper die beste Adresse für ein für die Zeit äußerst aufklärerisches und polemisches Werk wie EMMA UND EGINHARD. Denn hier ließ sich Kritik an Adel, Standesdünkel und Militarismus in derart direkter Art und Weise ausdrücken, wie es sonst kaum möglich gewesen bzw. geduldet worden wäre.

So entstand dieses Singspiel als beherztes Plädoyer für eine zukunftsweisende Staatsauffassung. Und das zu einer Musik, die volkstümliche Melodien und italienischen Buffostil geschickt miteinander vermischt und in barockem Glanz erstrahlen lässt.

Mehr als zwei Jahrhunderte fristete Telemann als Komponist ein Dasein im Schatten des überlebensgroßen Johann Sebastian Bach, ein Umstand, der sich erst seit einigen Jahren langsam zu ändern beginnt. Nach einer Aufführung 1998 in Magdeburg nimmt sich nun das Stadttheater Gießen dieses Singspiels an, denn EMMA UND EGINHARD ist schließlich, wie es im Libretto heißt, „ein unvergleichliches Meister-Stücke“ Telemanns, das es nun im Stadttheater Gießen unter der Leitung der Barockspezialisten Schneider und Heinz neu zu entdecken gilt.

Die nächsten Vorstellungen: 13. und 30. März 2008, jeweils um 19.30 Uhr im Großen Haus des Stadttheater Gießen.  


 

Ort: Stadttheater Gießen
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Karten für "EMMA UND EGINHARD oder Die lastragende Liebe" gibt es an der Theaterkasse des Stadttheater Gießen, Telefon 0641 / 79 57 60/-61. Weitere Informationen unter www.stadttheater-giessen.de

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