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Harnoncourt-Preis an Drucken
Montag, 7. März 2005
Presseerklärung Verleihung des „Harnoncourt“- Preis des Kanton Zürich Wann: Montag, den 28. Februar 2005 19.00 Uhr Wo: Bernhard- Theater - Theaterplatz 1 8001 Zürich Wer: Laudatio: Prof. Dr. h.c. Nikolaus Harnoncourt Preisverleihung: Regierungsrat Dr. Markus Notter (Vorsteher der Direktion der Justiz und des Inneren) Preisträger: Blechbläserensemble „Passion des Cuivres“ www.passion-cuivres.com Der Preis Der Preis wurde im Jahre 2000 vom Kanton Zürich zum 70. Geburtstag des Dirigenten Nikolaus Harmoncourt gestiftet und soll künstlerische oder wissenschaftliche Nachwuchsarbeit auszeichnen. Der „Harnoncourt“- Preis wird alle zwei Jahre und dieses Jahr das dritte Mal verliehen. Das Ensemble Die Mitglieder von „Passion des Cuivres“: Robert Vanryne Kornett Ute Hartwich Kornett Steffen Launer F-Horn Paul Ungureanu Posaune Erhard Schwartz Ophicleide „Passion des Cuivres“ ist ein Ensemble, das die Kammermusik für Blechbläser des 19.Jahrhunderts pflegt. So spielen die Musiker bei Ihren Konzerten auf originalen Instrumenten oder deren Nachbauten. Das Konzept von „Passion des Cuivres“ Mit dem Beginn der industriellen Revolution brachte das 19. Jahrhundert allen Musikinstrumenten eine Vielfalt radikaler Neuerungen, von denen die Familie der Blechblasinstrumente am stärksten betroffen war. Die Anwendung präziser Ingenieurskunst befähigte die alten Naturinstrumente Horn und Trompete, sich der Posaune in der Liga der vollchromatischen Instrumente anzuschließen. Die Erfindung des Ventils sollte die Blechbläsertechnik revolutionieren und den Instrumenten eine völlig neue Welt melodischer Möglichkeiten eröffnen. Moderne Instrumente waren nun in der Lage, sich vermittels ihrer erweiterten melodischen und stilistischen Fähigkeiten mit Holzblasinstrumenten und Streichern zu messen. Indessen ist ein Großteil des Vermächtnisses, das uns diese frühen Pioniere des Blechs hinterlassen haben, verlorengegangen. Die Anforderungen, die an den modernen Orchestermusiker gestellt werden, erfordern heutzutage größere, klangvollere Instrumente. Die moderne Trompete, die heutige Posaune sind weiter mensuriert als ihre Vorfahren, und die Klangfarbe, die Komponisten wie Berlioz, Mendelssohn und Gounod so sehr schätzten, ist mit modernen Instrumenten nicht zu reproduzieren. Heutige Solobläser werden vor allem für die Quantität ihres Klanges gerühmt, während Berlioz die Eleganz und Beweglichkeit der Kornett-Technik eines Jean-Baptiste Arban schätzte, nicht die Fähigkeit, am lautesten aus dem Orchesterklang hervorzustechen. Der Schritt hin zu kürzeren, weiter mensurierten Blechblasinstrumenten hat dazu beigetragen, dem Orchester größere Akkuratesse und Brillianz zu verleihen, die vielen Orchesterwerken zuträglich sind, aber ist es nicht ebenso wichtig, den Versuch der Treue gegenüber dem originalen Konzept zu wagen? Wäre dies nicht ein faszinierendes und wertvolles Experiment? Die selbstgestellte Aufgabe von Passion des Cuivres ist daher, Musik dieser Zeit mit größtmöglicher Achtung vor ihrer Aufführungspraxis zu spielen. Die ausgewählten Instrumente sind 2 Kornette französischer, britischer und deutscher Provenienz, Horn in F, engmensurierte Posaune und Ophicleide. Wir hoffen, in naher Zukunft weitere Klappeninstrumente hinzufügen zu können um der Ophicleide Gesellschaft zu leisten, die derzeit das einzige Mitglied des Quintetts ist, das über Klappen verfügt. Entstehungsgeschichte von "Passion des Cuivres" Die Idee des Ensembles "Passion des Cuivres" wurde 2003 geboren, als sich Erhard Schwartz und Steffen Launer durch ihre freiberufliche Orchesterarbeit kennen lernten. Erhard spielte in Konzerten und Opernaufführungen wie Wagners "Holländer" gelegentlich die Ophicleide. Von deren Klang begeistert, entstand in Gesprächen der Gedanke, Blechbläserkammermusik des 19.Jahrhunderts, vor allem des Biedermeier, auf jenen in dieser Zeit verwendeten Instrumenten zu spielen. Der Sinn des Ensembles besteht darin, unter Beachtung der historischen Aufführungspraxis das damalige Klangbild zu reproduzieren. Wir entschieden uns für die klassische Quintettbesetzung mit zwei Kornetten, einem F-Horn, einer engmensurierten Posaune und einer Ophicleide. Durch "Passion des Cuivres" wird ein spannender Teil der Musikgeschichte wieder mit Leben erfüllt- mit Musikern aus London, Dresden, Marzahna und Berlin, mit Kollegen also, die mit gleicher Begeisterung diese Idee umsetzen. Nach einer längeren Vorbereitungsphase fand das erste große Konzert im August 2004 in der Nähe von Dresden statt. Durch die überwältigende Resonanz bei diesem und weiteren Konzerten fühlt sich "Passion des Cuivres" in ihrem musikalischen Konzept bestätigt.
 
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