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Etappen Alter Musik auf BURG FÜRSTENECK Drucken

Vom 16. bis 18. März 2007 findet die

7. Etappe Alter Musik

mit dem Ensemble "Oni Wytars"

auf BURG FÜRSTENECK statt.

Und das sind unsere Werkstätten:



Mundgeblasene Doppelrohrblatt-Instrumente
für Anfänger und Fortgeschrittene
Stefan Hoffmann

Sei es eine Schalmei, ein Pommer, ein Dulcian oder sogar eine (wie manch einer behauptet „unerträglich laute“) Bombarde, völlig egal. Hauptsache ihr verfügt über eines dieser mit Doppelrohrblatt betriebenen Instrumente. Kommt dazu der Wille diesem Instrument zur rechten Zeit den rechten Ton zu entlocken, dann zählt ihr zu der angesprochenen Zielgruppe.

Wir werden uns in diesem Kurs mit Ensemblespiel, Anblastechniken, Tongebung und Intonation beschäftigen. Das Doppelrohr wird seinen Schrecken verlieren, wir werden ihm durch so rabiate Methoden wie „Schleifen und Schnitzen“ den nötigen letzten Schliff geben. Übe- und Phrasierungstechniken sollten das spätere, häusliche Trainieren erleichtern und all das Gelernte werden wir durch gemeinsames Spiel auch gleich in die Praxis umzusetzen.

Bringt gerne Melodien, Duette und mehrstimmige Sätze mit, eben alles, was ihr immer schon mal spielen wolltet, und wir werden sehen, wie weit wir damit kommen.

Stefan Hoffmann, Karben, studierter Fagottist, Journalist beim HR. Verschiedenen Ensembles, vom Bläsertrio bis Folk.


„The English Dancing Master“ - Ensemble-Workshop
Tanzmusik nach John Playford
Marco Ambrosini

Der diesjährige Ensemblekurs widmet sich den beliebten englischen Countrydances aus der Sammlung von John Playford. Dieser veröffentlichte 1650 unter dem Titel „The English Dancing Master“ 900 Melodien der damaligen Gesellschaftstänze mitsamt den zugehörigen Tanzbeschreibungen. Die zugrunde liegenden Melodien waren zum Teil sehr alte Liedmelodien, die in den Bearbeitungen Playfords noch bis in das 19. Jahrhundert hinein häufig verwendet wurden. Heutzutage gehören die Countrydanses wieder zum gern und häufig getanzten Repertoire vieler Tanzkreise.

Dieser Spielkurs wendet sich an intonations- und rhythmussichere Musiker, die Spaß und Interesse an historischer Musik und alten Instrumenten haben. Die Kursarbeit wird sich darauf konzentrieren, aufführungspraktische Fragen zu lösen, Arrangements für das Ensemble zu erarbeiten und die theoretische Arbeit mit der praktischen Vorbereitung eines öffentlichen Auftritts im Zusammenarbeit mit dem parallelen Tanzworkshop „Ball bei Playfords" zu vervollständigen.

Notenmaterial wird den Kursteilnehmern in moderner Notation rechtzeitig zugeschickt.

Voraussetzungen: Die Teilnehmenden müssen in der Lage sein, ihre gut spielbaren Instrumente selbst einzurichten und über sichere Notenkenntnisse verfügen.

Marco Ambrosini, Eifa/Hatzfeld, studierte Violine und Viola, Musikgeschichte, Komposition. Mitbegründer von "Oni Wytars" (1982). International tätig als Solist und Komponist mit Alter und Neuer Musik.


„Ball bei Playfords" - Tanzworkshop
Sir John Playford und Gemahlin laden ein zum Ball
mit „English Country Dances" auf Burg Fürsteneck.
Hinrich Langeloh
Ursula Albrecht

John Playford lebte im 17. Jahrhundert in London und war ein Verleger für Musikbücher. 1651 veröffentlichte er eine erste Sammlung von damals in den bürgerlichen Kreisen üblichen „Social Dances" mit Noten und Tanzbeschreibungen. Dieses erste Heft mit dem Titel „The English Dancing Master" war so erfolgreich, dass insgesamt 18 Editionen bis 1728 erschienen - mit einigen hundert Tänzen.

Aus diesem unendlichen Fundus wollen wir einige mehr oder weniger bekannte Tänze bearbeiten und am Ende des Wochenendes in Zusammenarbeit mit dem Ensemblekurs von Marco Ambrosini zu einer Aufführung bringen. Das Ziel des Wochenendes ist es, nicht nur die Tänze zu lernen, sondern diese in einer Art Gesamtchoreographie mit Live-Musik zu verbinden. Dabei werden wir uns besonders um die Tänze kümmern, die keine Longways-Aufstellung (Gassen-Aufstellung) haben. Davon sind vor allem in den ersten Ausgaben des „Dancing Master" einige beschrieben worden.

Die Tänzerinnen und Tänzer benötigen keine großartigen Vorkenntnisse an Tanzschritten, sondern vielmehr die Fähigkeit, Tanzformationen schnell erkennen und sich im Raum immer wieder neu orientieren zu können. Eine Überzahl an Tänzerinnen ist bei diesen Tänzen auch kein Problem, wenn die Frauen sowohl Rock als auch Hose mitbringen. Für die Präsentation am Ende bringt bitte ein weißes Oberteil und schwarze Hose/Rock mit.

Hinrich Langeloh, Hamburg, sammelt und vermittelt europäischer Volkstänze und historischer Tänze. Autor von Tanzbüchern, insbesondere auch einer Neuausgabe der „Orchésographie" von Thoinot Arbeau. Musiker u.a. bei "Brumborium".
Ursula Albrecht, Hamburg, ausgebildete Tanzleiterin mit mehreren eigenen Tanzgruppen und Musikerin in einer Folktanzband


“LA ROSA ENFLORECE” - Sephardische Romanzen
"lebendig-alte" Musik zwischen Orient und Okzident -
Ensemblekurs für Gesang und Instrumente aus allen Zeiten und Kulturen
Peter Rabanser

Die "Sephardischen Romanzen" sind ein einzigartiges Dokument der mediterranen Musik des ausgehenden Mittelalters. Die "Sephardim", in Spanien lebende Juden, wurden im Jahr 1492 durch die Spanischen Könige zusammen mit den "Móros", den dort lebenden Mauren, aus Spanien verbannt, siedelten sich rund um das Mittelmeer (hauptsächlich im Osmanischen Reich) an und hielten in den folgenden Jahrhunderten mit außergewöhnlicher Konsequenz an ihrer Kultur und Tradition fest. In ihrer Musik vereinen sich auf faszinierende Weise Orient und Okzident, arabische Tonleitern, die spanische Frührenaissance, Einflüsse aus der traditionellen jüdischen Musik mit der Musik der Balkanländer und Nordafrikas. Die "Romances" erzählen Geschichten voller Melancholie und leidenschaftlicher Lebenslust. Wer diese Musik noch nicht kennt, wird fasziniert feststellen, wie "zeitlos" sie ist. Deshalb wollen wir uns nicht ausschließlich auf Instrumente der Alten Musik festlegen. Wer also z.B. Akkordeon, Klarinette oder Gitarre spielt, ist ebenfalls herzlich willkommen!

Wir werden in diesem Workshop wieder ein paar besonders schöne "Highlights" der sephardischen Musik bearbeiten und uns sowohl mit dem Gesang (in "Ladino", der Sprache der Sephardim, eine Mischung aus Spanisch und Arabisch) als auch mit der Instrumentalmusik mit ihren unvergleichlichen "spanisch-maurischen" Eigenheiten wie z.B. arabische Tonarten, Improvisationen und ungerade Rhythmen, beschäftigen.

Voraussetzungen: Die Teilnehmer sollten sich auf ihrem Instrument sicher fühlen und mit dem Spielen nach Noten einigermaßen vertraut sein oder ein ³SUPER-Gedächtnis² haben.

Peter Rabanser, Hatzfeld, studierte Gitarre, spielt vor allem osteuropäische und arabische Zupf- und Rohrblattinstrumente u.a. bei "Unicorn", "Oni Wytars", "Katharco Consort" und "Yalla Babo Express Orchestra". Mit letzteren Träger des "RUTH" - Weltmusikpreises 2004.


AMAN AMAN - Sephardische Lieder
Gesangsworkshop

Jule Bauer

Gemeinsam oder alleine zu Singen ist eine bereichernde und wunderbare Erfahrung. Wir beschäftigen uns in diesem Kurs intensiv mit unserem Instrument – der Stimme. Durch Stimmbildung, Atemtechnik und Körperbewusstsein beim Singen lernen wir dieses Instrument besser kennen und bringen es zum Klingen.

Als musikalisches Thema hat der Kurs jüdische Musik, ihre Interpretation und Verzierungstechniken. Wir singen sephardische Romanzen, werden uns aber auch der jüdisch – liturgischen Musik, auch aus der aschkenasischen (Mittel- und Osteuropäischen) Tradition widmen, die seit vielen Jahrhunderten in Europa praktiziert wird. Für einige Stücke ist eine Zusammenarbeit mit anderen Kursen geplant. Mitzubringen sind Freude am Singen und 2 Stimmbänder.

Jule Bauer, Frankfurt, Gesangsausbildung mit Schwerpunkt „alte Musik“. Studium der Nyckelharpa in Forlimpopoli (Italien) und der Musikwissenschaft in Frankfurt. Musikerin in verschiedenen Ensembles für Alte Musik, Folk- und Weltmusik (u.a. Triskilian, Helut, Oni Wytars). Seit 2003 Lehrtätigkeit für Gesang.


YALLA YALLA!
Orientalische Rhythmen
Katharina Dustmann

Die meisten der in Europa im Mittelalter bekannten Schlaginstrumente sowie die Rhythmen, die man darauf spielte, kommen ursprünglich aus dem Orient. Durch die Begegnungen mit der maurischen Kultur auf der Iberischen Halbinsel und auch durch die Kreuzzüge gelangten diese Instrumente in den Okzident und wurden schon bald ein wichtiger Bestandteil vieler europäischer Musiktraditionen.

Durch Klatschen und Sprechen lernen wir, auf einfachste Weise einige orientalische Rhythmen, um sie dann durch eine Lautschrift oder Noten aufzuschreiben und zu spielen.

Wir beschäftigen uns auch mit Grundlagen wie Haltung und Schlagtechniken für das Spiel auf verschiedenen orientalischen Trommeln, wie z.B Darbuka, Riqq, Rahmentrommeln, Davul, etc...

Auch andere Trommeln sind willkommen. Auf Anfrage stehen auch Leihinstrumente zur Verfügung.

Katharina Dustmann, Hatzfeld, Studium klassisch-persische Perkussion, Masterclass an der Bayerischen Musikakademie. Zahlreiche CD-s und Konzerte, Komponistin und Arrangeurin



Die Blockflöte in der alten Musik
Meike Herzig

In diesem Kurs lernen Blockflötisten die Vielfalt der Musik zwischen 1250 und 1450 kennen. Die Schönheit monophoner Lieder und die klangliche Dichte polyphoner Kompositionen stellen besondere Anforderungen an den Interpreten: Das Umspielen einer Melodie, das „ad hoc“ Ornamentieren eines Liedes oder sogar das Improvisieren einer Estampie gehören heute meist nicht mehr zum Handwerkszeug eines Musikers.

Die Kursarbeit ist eine Mischung aus Interpretationsübungen und Ensemblespiel um die Musik des Mittelalters mit Kopf und Bauch zu erfahren.

Voraussetzungen: Teilnehmende sollen f- und c-Flöten sicher spielen können. Evtl. vorbereitete Literatur (z.B. Spielmannstänze) kann im Kurs besprochen werden. Außer den eigenen Instrumenten stehen Teilnehmern des Kurses einige Mittelalterflöten zur Verfügung.

Meike Herzig, Köln, studierte Alte und Neue Musik und Blockflöte in Köln und Amsterdam, arbeitet als Musikpädagogin und Konzertmusikerin, u.a. "Bois de Cologne", "Trio Delight", "sYn.de"


 

Die 7. Etappe Alter Musik auf BURG FÜRSTENECK
beginnt am Freitag, den 16. März 2007, mit dem Abendessen um 18:30 Uhr
und enden am Sonntag, den 18. März 2007, gegen 13 Uhr nach dem Mittagessen.

Die Kurse gehen jeweils über den gesamten Zeitraum. Mit der Anmeldung müsst Ihr Euch daher bitte für einen Kurs entscheiden. Die Angabe eines alternativen Workshops - wenn denn einer für Euch in Frage kommt - ermöglicht es, Euch auch dann einen Platz zu reservieren, wenn Eure erste Wahl belegt ist oder aus irgendeinem Grund ausfallen muss.

 

KURSGEBÜHR 175 - 225 € (nach Selbsteinschätzung), Jugendliche 150 €
Diese Gebühr beinhaltet die Kosten für den Kurs, für die Unterkunft und die gute, auf Wunsch auch vegetarische Verpflegung.

Diese Informationen gibt es auch als Flyer zum Ausdrucken in einer PDF-Datei.

 
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